Hallo und Willkommen

Die Seite "Demut in Jesus" ist erst im Entstehen. Wie ein Blog soll sie immer weiter wachsen. Ihr Ursprung war eine lebens-bedrohende Diagnose (die sich "Gott sei Dank" als falsch erwies). Seither "fühle ich mich", wie es Plass´ Chaot (vgl. Adrian Plass: Tagebuch eines frommen Chaoten) ausdrücken würde, "innerlich geführt" diese Seite zu füllen. Im Wesentlichen erkenne ich dafür zwei Gründe:

 

1. Im Krankenhaus und danach wurde mir wieder sehr konkret bewusst, wie viel weniger unser Leben in der eigenen Hand liegt und wie viel wenig selbstbestimmt es ist, als uns oft lieb oder auch nur bewusst ist. Mit D. F. E. Schleiermacher könnte man sagen: Das "Gefühl schlechthinniger Abhängigkeit"  hat sich mit Macht zu Wort gemeldet. Klar eigentlich, wenn man einen Tumor hat, den nur 1% der Bevölkerung bekommt und von dem niemand weiß, was ihn verursacht.

Beim Auskurieren von der OP, beim Lesen und Beten ging mir noch stärker, v.a. aber existentieller als vorher ein Licht - ach was, ein ganzer Kronleuchter - auf, wie sehr ich, unsere Welt und auch viele Kirchen gefangen sind in einem Hype um menschliche Selbstbestimmung, Geschmäcker und Möglichkeiten. Statt Gott bzw. Jesus wird vielfach (bewusst oder unbewusst) der Mensch betüttelt, nicht selten sogar förmlich angebetet, während Gott immer mehr zum Statisten religiöser Wohlfühlkultur verkommt. Eine Folge davon ist ein geradezu abstoßend-grässlicher Drang zur Selbstdarstellung und eine Flut gekränkter Eitelkeiten. Und das keineswegs nur bei Großkirchen oder deren Flügel, den man gemeinhin "liberal" nennt, sondern auch - in vielleicht sogar noch größerem Maße - bei Freikirchen und dem kirchlichen Flügel, den man "evangelikal" nennt.

Jesus hat mir erneut die selbstverliebten Augen dafür geöffnet, dass alles - aber auch wirklich ALLES (Solus Christus!) - an ihm und seiner Zuwendung zu uns liegt. Das wirkt sich aus aufs eigene Selbstverständnis und Jesus-Verhältnis. Einzig adäquate Reaktion kann nur nur staunende, anbetende, sich selbst zurücknehmende "Demut" sein (siehe auch unten).


2. Schon länger leide ich daran, wie unmodern Nach- und Querdenken geworden ist. Besonders "meine" Schüler/innen zeigen mir öfter, dass sich in einer immer technisiertereren Gesellschaft Nachdenken immer öfter auf "0", "1" und Bauchgefühl beschränkt. Und auch das längst nicht nur bei Schüler/innen. Wer es einmal bei einem Gespräch über Glaube und Bibel mit einem Ingenieur zu tun hatte, weiß, wie schwer es ist, heute über die "unmögliche Möglichkeit" des Glaubens (frei nach Karl Barth) zu reden, weil es da Operatoren "2", "3" oder mehr bedarf (deshalb sind derzeit auch die rational banalen Antworten vieler Freikirchen anziehender als die kompliziert wirkenden der Großkirchen). Religiöse, aber auch andere Themen werden so gerne einfach nur, z.B. über die Medien, leicht und unterhaltsam "konsumiert" (ein Blick auf angelsächsische TV-Prediger/innen genügt). Tiefer gehende Auseinandersetzung wird von Dauerberieselung verdrängt. Ähnlich wie in der Endphase des Römischen Reiches empfindet es eine dekadente Gesellschaft offenbar als anstrengend und überflüssig intensiv nachzudenken, außer es geht um den eigenen Geldbeutel oder Vorteil. Man blicke nur auf Wahlkämpfe, bei denen nicht selten Symathie oder Aussehen des Spitzenkandidaten oder simpelste Demagogie mehr Stimmen generieren als ernsthafte und mit allen Vor- und Nachteilen vorgetragene Sachthemen. Internet, Computer-Gaming und anderes fördern diese gefährliche (Fehl-)Entwicklung nachhaltig. Man folgt entmündigt, blind und unkritisch dem Modernen, Angenehmen, Einfachen oder dem, woran (meist auch unbewusst) "das eigene Herz [sowieso schon] hängt" (frei nach M. Luther) und lässt es sich ansonsten - so weit als möglich - einfach gut gehen.

 

Diese Seite möchte zur Demut auffordern gegenüber dem dreieinigen Gott und aufrütteln zum Nachdenken, Lesen und Beten über Themen verschiedener Lebens- und Glaubensbereiche. Dazu stellt sie Statements und Erkenntnisse des Seitenbetreibers zur Verfügung. Sie wollen Impulse zum persönlichen Nach- und Weiterdenken sein und erheben nicht den Anspruch, bedachte Themen in aller Komplexität vollständig abzuhandeln oder Patentlösungen zu bieten. Es ist lediglich das, was ein einzelner Christ aus seiner Lektüre, seinem Gebet und seinen Erkenntnismöglichkeiten aus dem zieht, was er von seinem Herrn hört.

 

Und auch wenn es eine Rubrik "Evangelische Landeskirche in Württemberg" gibt, sind ausdrücklich alle Christ/innen aller Konfessionen und auch alle anderen Menschen herzlich eingeladen, weiterzulesen und mitzudenken auch bei den Beiträgen, die dort eingesetllt sind. Dass es diese Rubrik gibt, hängt einfach damit zusammen, dass ich in und für diese Kirche lebe und arbeite und deshalb eine besondere, aber auch kritisch begleitende, Beziehung zu ihr habe.

 

Wer beim Lesen Rechtschreibfehler findet, darf sie gerne behalten oder sie mir mitteilen, damit ich sie beheben kann. Gerne können Sie auch ein Feedback zu verschiedenen Beiträgen geben. Allerdings ist die Seite nicht als Diskussionsforum gedacht (mir fehlt die Zeit ein solches zu pflegen). Vielmehr soll die Diskussion in Ihnen und evtl. mit Menschen aus Ihrem Umfeld stattfinden. Ein Mailsieg über den Seitenbetreiber bringt vielleicht ein gutes Gefühl (beim "Kropf leeren"), verhindert aber nicht selten eine tiefe, eigene Auseinandersetzung damit, ob der Verfasser nicht vielleicht doch an manchen Stellen, Jesu Ideen (und nicht nur seine eigenen) weitergibt - Jesu Ideen, die sich beim ersten Lesen vielleicht auch unangenehm anfühlen.

Denn Christen sollten doch dem Rat des Apostels Paulus folgen "Prüft aber alles und das Gute behaltet." (1. Thess. 5,21). Oder nicht?



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