Themen aus Film, Fernsehen und Medien


Auch wenn es in Pfarrer-Kollegenschaften oft eher abfälliges Kopfschütteln verursacht,  ich geb´s zu: "Ich glotz TV" (Zitat=Titel des Liedes von Nina Hagen 1978) und zwar nicht den obligatorischen Sonntags-Tatort, (den schau ich nicht mehr seit Horst Schimanski dort nicht mehr ermittelt) sondern v.a. das, was auf Privatsendern läuft. Natürlich könnte ich hochtrabend behaupten, das sei mein Versuch "dem Volk aufs Maul zu schauen" (nach M. Luther: Sendbrief vom Dolemtschen 1530). Vielleicht aber hängt es auch nur damit zusammen, dass ich keine akademische, bildungsbürgerliche Herkunft habe oder damit, dass es mir schwer fällt, wenn es im Haus "ruhig" ist, so dass das TV oft eher im Hintergrund und "nebenher" läuft.

Dennoch versuche ich in Filmen oder Serien einen "tieferen Sinn", evtl. sogar die großen Mythen oder Menschheitsfragen zu suchen und v.a. welche Antworten sie darauf geben (der die Weltsicht der Zuschauenden, eben auch Mitglieder christlicher Kirchen, maßgeblich beeinflusst), v.a. denen, die möglichst unterhaltsam und massentauglich verpackt sind. Tiefgreifende Dokus wie auf ZDFinfo, speziell Kulturelles wie in 3Sat und arte oder Christlich-Religiöses wie bei Bibel TV geben zwar offene Antworten. Allerdings ist das Sparten-TV für eine Zuschauenden-Minderheit. Jedenfalls sind sie kaum in der Lage die großen Massen zu beeinflussen oder das Lebensgefühl von Gesellschaft o.ä. Dabei ist mir bewusst, dass sich die älteren Menschen eher den Antworten der Öffentlich-Rechtlichen mit Ihrem Nimbus des Informations- und Bildungsauftrags aussetzen, die jüngeren eher den Privaten. Auch ist mir klar, dass das TV bei ganz jungen Leuten an Bedeutung verliert und eher Blogger/innen und YouTuber/innen das Weltbild und Lebensgefühl v.a. der jungen Vertreter/innen der  Genaration Y prägen. Die empfinde ich allerdings oft als so "nervig" (jedenfalls die, welche meine Kids bevorzugen), dass ich sie mir kaum anschaue.

Dabei ist - bei näherem Hinschauen - erstaunlich, wie viele offene (vgl. die offene Hommage an Erich von Däniken im Film Stargate und den davon abgelieteten Stargate-TV-Serien) und versteckte (vgl. Assi-TV, das Zuschauenden das Gefühl vermittelt: "Du bist schon recht, wenn Du siehst, wie andere drauf sind und handeln" [Selbstrechtfertigung des eigenen Lebens], was teilweise auch für Daily-Soaps gilt, die manchmal zusätzlich zeigen, dass auch die "Reichen und Schönen" ihre Probleme haben, welche die eigenen evtl. relativieren, z.B. Dallas) Anspielungen und Antworten auf Menschliche Grundfragen angeboten werden. Auf jeden Fall bilden viele Sendungen sehr gut ab, wie unsere Gesellschaft und Zeit ticken und nicht selten beeinflussen sie diese auch aktiv. Man denke nur an den Boom des amerikanischen Brauchs Halloween seit einigen Jahren, der durch TV-Serien und Filme den Weg zu uns fand oder dass - "Dank" Coca-Cola - ein eigenes SantaClaus-Universum entstand, das (mit Weihnachtsmann & Co KG sogar mit eigener Zeichentrick-Serie) über unsre Bildschirme flakert und maßgeblich das Bild Vieler von Weihnachten prägt (welches Kind weiß noch, dass Nikolaus eher kein rot-weißes Gewand trägt und eine Mitra statt Zipfelmütze? Ich hab als Kind geweint, als meine Großmutter mir einen Schoko-Nikolaus schenkte, der nicht aussah wie ein Weihnachtsmann sondern wie ein Bischof!) . Manche Filme, Reihen und Serien bieten sogar ein Paralleluniversum in das sich Manche regelrecht flüchten, in dem sie sich verlieren und ihre eigene Relaität daran orientieren (z.B. Star Wars). 

Ich möchte mit einigen Artikeln auf Filme oder Serien und deren offene oder versteckte empfehlenswerte oder potentiell proplematische Sinn- und Weltbildangebote aufmerksam machen, denn auch wir Amtsträger einer "Kirche des Wortes" dürfen nicht vergessen: Bildung kommt von Bild, nicht von Buch. Sonst heiße es ja Buchung!


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