Themen der Württembergischen Landeskirche


Um es vorweg zu sagen: Ich liebe meine Landeskirche und das längst nicht nur, weil ich für sie tätig sein darf.

 

Natürlich ist Kirche als Leib Jesu Christi (vgl. 1. Kor. 12,12-27), als Schöpfung von Gottes Wort ("creatura verbi", vgl. Rö. 10,14-20) bzw. als "Gemeinschaft der Heiligen" in einer sichtbaren Institution niemals perfekt abbildbar (auch wenn manche Kirchen das für sich in Anspruch nehmen). Gottes Bodenpersonal bleibt immer fehlerhaft, verletzend und schuldhaft (vgl. Rö. 7,14-23) und damit auch die Entscheidungen, die in und für eine Institution getroffen werden und somit auch ihre konkrete Gestalt.

Allerdings bieten die Grundlagen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg meines Erachtens die größte - mir bekannte - Chance dafür: Die Heilige Schrift, ihre evangeliumsgemäße Auslegung in den lutherischen Bekenntnisschriften und das sehr flexible (reformierte) Gottesdienstgrundgerüst (Württembergischer Predigtgottesdienst), das in seiner ursprünglichen Form die Predigt maximal ins Zentrum stellt. Dazu kommen bei uns die vielen alt-pietistischen Gemeinschaften, die über Jahrhunderte versuch(t)en den Glauben in konkrete Praxis zu übersetzen, Kirche immer wieder an ihre Wurzeln zu erinnern und sie zu erneuern, auch dann, wenn einzelne Gruppen oder Personen dabei immer wieder frömmelnd und werkgerecht übers Ziel hinausschossen bzw. -schießen.

 

Und trotzdem gibt es - naturgemäß - auch in dieser Landeskirche manche Schieflage, Unsachgemäßheiten, Fehlentwicklungen oder "heiße Eisen", die viele Menschen inner- und außerhalb der Organisation verletzen, die fragwürdige Wege vor- oder einschlagen, wie - meiner Meinung nach - z.B. die Parteiungen in der Landessynode (vgl. 1. Kor. 3,1-23).

 

Gerade aus Liebe zur Landeskirche nimmt diese Rubrik solche - natürlich subjektiv ausgewählte - "Problemanzeigen" in den Blick und möchte bewusst Teil der Meinungsbildung zum jeweiligen Thema sein - ohne den Anspruch zu erheben, komplexe Themen in Gänze abhandeln zu können oder Patentlösungen zu bieten. Dabei ist es mir wichtig, dass die Leser/innen wissen, dass ich ganz bewusst zu keinem der kirchlichen "Gesprächskreise" gehöre und keinem davon "nach dem Mund rede".

Ich lade jede/n Leser/in dazu ein, die Themen und meine Gedanken dazu selbst zu durchdenken, darüber zu beten, in der Bibel zu forschen und zu einer eigenen, selbst verantworteten Meinung zu kommen, auch Menschen, die nicht zur Evangelischen Landeskirche in Württemberg gehören.


Hier geht es zu den Themen:

Quo vadis ...?

 Zur Zukunft von Pfarramt und -beruf

 Kirche in der

Corona-Krise -

Eine zwiespältige Figur